Waltershausen – An der Entscheidung, den CDU-Wahlkampf trotz des Skiunfalls und der damit verbundenen Belastungen auf Dieter Althaus auszurichten, gibt es in Waltershausen zwar keine offene Kritik. Am Rande des Parteitags wird aber vereinzelt auch Zweifel geäußert. Ein Delegierter aus Südthüringen erklärt laut Focus, das Vorgehen sei „nicht ganz unproblematisch“. Niemand wisse, ob Althaus wirklich stark genug sei: „Wir kennen seine Verfassung derzeit nur vom Hörensagen.“
Auch deshalb hungern die rund 130 Delegierten und ihre Gäste regelrecht nach einer Nachricht ihres Spitzenmannes. Seit Wochen leben sie nur von Spekulationen über die Gesundheit und das Seelenleben von Ministerpräsident Althaus. Immer wieder kommt die Rede darauf, ob Althaus nicht eine Videobotschaft hätte schicken können: Ein Bild sage schließlich mehr als tausend Worte. Als Gerüchte aufkommen, es liege bereits ein Zeitungsinterview auf Halde, macht sich Unverständnis breit. Nicht nur einmal fallen Sätze wie „Das verstehe ich nicht“ oder „Das würde ich nicht so machen.“ Statt Bilder bekommen die Delegierten am Samstag nur das Grußwort vorgelesen.
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Einige vermissen eine Videobotschaft
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Gestern dann die Überraschung: Althaus grüßt seine Anhänger recht munter aus der Bild am Sonntag – mit Foto-Schnappschüssen vom Bodensee. Ein großes Interview mit dem Schwesterblatt Bild soll Anfang der Woche folgen. Regierungssprecher Fried Dahmen verteidigt das ungewöhnliche Vorgehen. „Irgendwann musste er sich ja zurückmelden, und das ist jetzt passiert.“ Der Auftritt auf einer sich über Stunden hinziehenden Versammlung sei dem Kranken dagegen noch nicht zuzumuten. Die Entscheidung gegen eine Videobotschaft habe die Parteiführung getroffen, die eine schriftliche Erklärung für ausreichend erachtete. „Das Wahlergebnis ist ja auch überzeugend ausgefallen.“
Im vergangenen Jahr ließ Althaus bereits via Bild-Zeitung Gerüchte über ein uneheliches Kind dementieren, nach dem Skiunfall erschienen dort erstmals Fotos beim Reha-Aufenthalt am Bodensee – der Patient mit leerem Blick an der Seite seiner Frau. Wenige Tage später, als bei der Beerdigung des Vaters von Althaus in Heiligenstadt alle Beobachter über den schlechten Zustand des Ministerpräsidenten erschraken, präsentierte die Zeitung
Trotz strengem Fotografierverbots ein Bild von Althaus am Grab und schrieb von seinem „festen Schritt“.
Dieses Verwirrspiel begleitete von Beginn an den Genesungsprozess: Einerseits soll er gesund und stark erscheinen, um jeden Zweifel an seiner Rückkehr im Keim zu ersticken. Auf der anderen Seite hat er bei dem Unfall schwere Verletzungen davon getragen und ist laut seiner Ärzte nicht vernehmungsfähig. Aus diesem Grund blieb er dem Blitzprozess fern, bei dem er wegen fahrlässiger Tötung verurteilt wurde. Wenige Tage später gab er eine Erklärung ab, dass er als Spitzenkandidat bereit steht.
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Gerüchte über Althaus’ Rückkehr
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Und auch der Zeitpunkt seiner Rückkehr nach Thüringen sickerte am Wochenende durch, ohne dass es eine offizielle Bestätigung gab: Schon ab Mittwoch, so raunte es in der CDU, wolle Althaus die Rehabilitation daheim in Heiligenstadt fortsetzen.
Einen Ostthüringer Parteitags-Delegierten überzeugt das am Samstag nicht: „Wenn er wirklich fit wäre, dann wäre er jetzt hier.“ dpa/red


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