Suhl - Mit unserem Aufruf, Mogelpackungen aufzuspüren, haben wir genau ins Schwarze getroffen. Das zeigen jedenfalls Ihre Reaktionen, liebe Leser. Und nicht nur bei Lebensmitteln ist für den gleichen Preis plötzlich weniger drin. So meldeten sich gleich zwei Leser, denen aufgefallen war, dass seit Kurzem bei ihren Medikamenten weniger drin ist in der Verpackung.
So schreibt Uwe Kölsche per E-Mail: "Leider fallen die angesprochenen Tricks nicht nur bei Lebensmitteln auf." Sondern auch beim Besuch in der Apotheke. Bei einem Medikament, das er regelmäßig einnehmen müsse, bekomme er die Großpackung verschrieben, "die bislang auf zwölf Papp-Trägern zu je fünf Tabletten insgesamt 60 Tabletten Inhalt hatte. Beim letzten Besuch der Apotheke bekam ich wieder eine Großpackung, rein optisch in der gewohnten Größe. Nach dem Öffnen wird klar: Es befinden sich nunmehr acht Papp-Träger zu je sieben Tabletten darin - also vier Tabletten weniger. Ob der Preis geblieben ist, weiß ich nicht; die Zuzahlung jedenfalls ist die gleiche geblieben."
Im Zweifelsfall zahlt den höheren Preis jetzt die Krankenkasse und er wirkt sich negativ auf das notorisch klamme Gesundheitssystem aus. Doch auch für Herrn Kölsche bedeutet die neue Packung Nachteile: Nimmt er zum Beispiel zwei Tabletten am Tag, dann muss er jetzt zwei Tage früher wieder in die Apotheke - und für die Arznei zuzahlen.
Ähnlich auch die Erfahrung von Dieter Sillmann. Hier verlangte die Apotheke aus Kostengründen die Abnahme einer Großpackung. Nach dem Öffnen stellte er jedoch fest, dass darin zwei kleine Packungen versteckt waren. Wo hier also der Kostenvorteil versteckt sein soll, wird für den Kunden nicht ersichtlich.
Für Armin Valet sind die Beispiele nicht überraschend. Für die Verbraucherzentrale Hamburg beschäftigt er sich seit vier Jahren mit Mogelpackungen. "Auch bei uns haben sich schon Verbraucher gemeldet, denen plötzliche Veränderungen bei Medikamenten aufgefallen waren", berichtet er. Allerdings wolle sich die Verbraucherzentrale bei ihren Recherchen künftig zunächst weiter auf Produkte des täglichen Bedarfs aus der Kaufhalle konzentrieren. jol
Mogelpackung
Sind Ihnen beim Einkaufen auch schon Mogelpackungen aufgefallen oder Produkte, bei denen Sie auf einmal weniger fürs Geld bekommen? Dann schreiben Sie uns, um welches Produkt es sich handelt und in welchem Laden Ihnen die Veränderung aufgefallen ist. Im Idealfall können Sie uns vielleicht auch noch sagen, wie viel früher in der Packung war und was sie gekostet hat.
verbraucher@freies-wort.de

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