Neuhaus - Zunächst dachte Anja Zuck* wirklich an einen
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Vor wenigen Tagen klingelte bei ihr das Telefon. Am anderen Ende der Leitung meldete sich angeblich die Bank. Man wolle da eine Abbuchung überprüfen, die den Mitarbeitern auffällig erschienen sei, erklärte die freundliche Dame. Die Hauptzentrale der Gewinnspielunternehmen hätte von Zucks Konto 420 Euro für die Teilnahme an Gewinnspielen abgebucht. Eine Einzugsermächtigung läge vor, allerdings sei der Bank der Betrag doch sehr hoch erschienen und deshalb frage man lieber nach.
Zuck reagierte zunächst dankbar, denn an Gewinnspielen im Wert von 420 Euro hatte sie niemals teilgenommen, schon gar nicht ihr Einverständnis zum Bankeinzug erteilt. Das sagte sie auch der freundlichen Dame. Diese forderte die Neuhäuserin daraufhin auf, eine bestimmte Nummer anzurufen, um den Mitarbeitern dort mitzuteilen, dass sie den Betrag doch bitte zurückbuchen. "Erst als bei dieser Nummer dann eine englische Ansage ertönte, die ich nicht verstand, wurde ich misstrauisch", sagt Zuck.
Rufnummer in Übersee
Inzwischen weiß sie, dass sie in den USA angerufen hat und das die nette Dame am anderen Ende der Telefonleitung nie und nimmer für ihre Bank arbeitet. "Ich vermute, dass man einfach meine Kontodaten überprüfen und mich zu einem kostspieligen Anruf verleiten wollte", brichtet die Neuhäuserin. Instinktiv hat sie danach wohl alles richtig gemacht. Sie fragte bei ihrer Bank nach, die ihr bestätigte, dass der Anruf nicht von ihr kam. Aber sie sicherte der Kundin zu, die Abbuchungen auf ihrem Konto künftig genau unter die Lupe zu nehmen, damit Zuck sie rechtzeitig zurückbuchen kann.
Außerdem wandte sich Zuck an die Polizei, erstattete Anzeige gegen unbekannt wegen Betrugsverdacht. Ein Schritt, zu dem auch die Verbraucherzentrale Thüringen in Erfurt rät. "Der Fantasie bei den Betrugsmaschen am Telefon scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Wir können Verbrauchern nur raten, äußerst misstrauisch zu sein", sagt eine Sprecherin der Verbraucherzentrale in Erfurt. Sie fordert betroffene Telefonkunden auf, sich zusätzlich konsequent an die Bundesnetzagentur zu wenden und dieser die Telefonnummern mitzuteilen von der unerwünschte Werbeanrufe oder Abzock-Anrufe wie im Falle von Frau Zuck eingehen. "Natürlich sagen die Verbraucher immer, dass wir als Verbraucherschutzorganisation aktiv werden müssen, doch es ist wichtig, dass die unseriösen Anbieter merken, dass die Verbraucher sich gegen Betrügerreien organisieren. Die Bundesnetzagentur bietet im Internet ein Formular zum Herunterladen an, in das betroffene Telefonkunden die Nummer des Anrufers eingeben können, von dem sie in die Irre geführt wurden und den Zeitpunkt des Anrufs. Die Netzagentur prüft den Fall und schaltet die Rufnummer im Extremfall ab. Allein im zweiten Halbjahr 2009 gingen bei der Bonner Behörde 28 000 Beschwerden gegen unerwünschte Werbeanrufe ein. Nach eigener Auskunft kann sie aber nur tätig werden, wenn sie möglichst genaue Informationen erhält. * Name geändert


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