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Ressort Wirtschaft
Erschienen am 16.03.2010 00:00
Verbraucher
Energiesparleuchten: Damit der Schein nicht trügt
Stromsparen hin oder her: Viele Menschen, die Wert auf eine angenehme Beleuchtung legen, sind von Energiesparlampen enttäuscht. Die meisten beklagen ein zu kaltes Licht.
Von Anne Gottschalk

Suhl - Wenn Katja Schulz etwas in ihrem Schlafzimmer

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Sie mag ja sparsam sein, doch mit dem Licht der Energiesparlampen sind die meisten Verbraucher nicht zufrieden. Foto: dpa
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sucht, dann muss sie immer erst den Lichtschalter drücken. Mit der Suche beginnen kann sie erst fünf Minuten später. So lange braucht die Energiesparlampe in der Deckenleuchte, bis sie ausreichend Licht gibt. Die Anschaffung bereut die junge Frau . Sie ist nicht die einzige Verbraucherin. Der Grund dafür ist, dass Energiesparlampen das Licht diffus abstrahlen und nur ein Teilspektrum des natürlichen Lichts wiedergeben. So fehlen meist Rottöne, und der Sonntagsbraten sieht unter der Deckenlampe eher grau aus.

Verbraucher kommen deshalb nicht umhin, für jeden Raum das passende Leuchtmittel zu finden. Dabei raten Experten zu einer Kombination von Halogen-, LED- und Energiesparlampen in der Wohnung.

Wer Energiesparlampen richtig einsetzen will, sollte die Zahlenangaben auf der Leuchtmittel-Verpackung kennen. Entscheidend sind die Lichtleistung in Lumen und die Farbtemperatur in Kelvin (K), erläutert Wolfgang Buttner, Berater beim Bund der Energieverbraucher in Unkel bei Bonn. So sagt die Leistung in Watt nichts darüber aus, wie viel Licht eine Lampe abgibt. Wichtig sind die Lumen-Angaben: Bei einer 60-Watt-Glühlampe kann der Lichtstrom beispielsweise bei 550 bis 710 Lumen liegen, so Buttner.

Da das Licht der Energiesparlampe durch den mattierten Leuchtkörper diffus abgegeben wird, empfindet der Verbraucher es oft noch als zu schwach. "Weil die Leuchtdichte geringer ist, wirkt das Licht fahler und das wird häufig als kühler empfunden", erläutert Alfred Wacker vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie in Frankfurt. "In dem Fall nehmen Sie einfach das nächststärkere Modell", empfiehlt Buttner.

Bei der Farbtemperatur gilt: "Je niedriger der Kelvin-Wert, desto mehr Rottöne werden abgegeben und dementsprechend behaglicher empfinden wir das Licht", erläutert Buttner. Warmweißes "Schummerlicht" lasse sich mit 2500 bis 3000 Kelvin erreichen. Neutralweißes Licht für das Arbeitszimmer liege bei 4000 Kelvin. Tageslichtweißes Licht mit 6000 Kelvin eigne sich für Schaufenster und Büros mit großen Fensterfronten.

Zwei Drittel des Haushalts könnten laut Wacker mit Energiesparlampen ausgerüstet werden. "Nur da, wo gegessen oder gekocht und eine brillante Farbwiedergabe gewünscht ist, rate ich zu Halogen- oder LED-Leuchtmitteln." Für den Kronleuchter empfiehlt er ebenfalls das klare Halogenlicht. Auch wer viele Braun- und Rottöne in der Wohnung hat, sollte Halogen wählen, weil es diese Farbtöne besser wiedergibt. Bilder oder dass Porzellan in der Vitrine lassen sich dagegen gut mit Leuchtdioden (LED) in Szene setzen, rät Buttner. Damit kommen Glanzeffekte und Lichtbrechung besser zur Geltung.

Auch für das Bad oder das Treppenhaus eignen sich LED-Leuchtmittel, da sie auf die Sekunde ihre volle Lichtleistung erreichen. Energiesparlampen springen dagegen verzögert an. "Mittlerweile gibt es aber schon Produkte, die in weniger als einer Minute volle Leistung bringen", sagt Buttner. Generelle Empfehlungen seien schwierig.

"Jeder muss jetzt ein bisschen experimentieren mit dem Licht", ergänzt Jürgen Waldorf, Leiter der Brancheninitiative licht.de. Vor dem Kauf sollten sich Verbraucher überlegen, welche Lampe in der Wohnung welchem Zweck dient und danach das passende Leuchtmittel wählen. Ab 1. September 2010 sind übrigens alle Hersteller verpflichtet, die Lichtleistung in Lumen und die Farbtemperatur anzugeben.

 
 

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