München/Suhl - Das Thema Frank Ullrich und die Ende März von Ex-DDR-Biathlet Jürgen Wirth gegen den heutigen Bundestrainer vorgebrachten schweren Vorwürfe in puncto Doping beschäftigen den Deutschen Skiverband noch immer, allerdings ist nach Freies Wort-Informationen Ende dieses Monats oder spätestens Anfang August mit einer abschließenden Bewertung zu rechnen.
Irgendwelche Vorab-Informationen zur dann erwarteten Stellungnahme der eigens aus diesem Grunde gebildeten DSV-Kommission waren aus der Münchner Verbandszentrale jedoch nicht zu erfahren.
"Die DSV-Kommission in der Besetzung Dr. Franz Steinle, Gerhard Dambeck, Stefan Krauss, Josef Fendt und Dr. Dr. Heiko Striegel hat inzwischen alle vorliegenden Akten eingesehen und die Anhörungsphase abschließen können", teilte Pressesprecher Stefan Schwarzbach auf Anfrage unserer Redaktion mit. "Bis zu einer endgültigen Stellungnahme der Kommission bedarf es aber noch einiger weiterer interner Abstimmungsgespräche und -termine. Aufgrund der komplexen Aufgabenstellung ist nach wie vor noch nicht klar, wann mit einem Kommissionsergebnis zu rechnen ist. Bis dahin haben die Mitglieder der Kommission weiterhin Vertraulichkeit vereinbart", hieß es weiter aus der DSV-Zentrale. Zum Personenkreis, den das Gremium anhörte, zählte neben Frank Ullrich auch sein Widerpart Jürgen Wirth, der Ende Mai eingeladen war.
Erst die Akten eingesehen
Wirth hatte Ende März in der ARD-Sportschau schwere Beschuldigungen gegen den Trainer gerichtet. "Frank Ullrich hat uns damals angewiesen, dieses Mittel Oral-Turinabol einzunehmen, damit wir schneller wieder regenerieren, das heißt, schnellere Erholungsphasen haben und bessere Trainingsleistungen bringen können", so Wirth. Der Bundestrainer, der Ende der 80er Jahre als DDR-Auswahltrainer tätig war, erklärte demgegenüber, "die Vorwürfe von Jürgen Wirth seien ungeheuerlich".
Der Skiverband hatte auf die eskalierende Situation seinerzeit mit der Bildung der Untersuchungskommission reagiert und wollte sich ursprünglich im Mai zu dem Thema äußern. Allerdings verzögerte sich schon die Anhörung der verschiedensten Personen erheblich, weil die Kommission zu der Überzeugung gelangte, zunächst erst einmal die zur Verfügung stehenden Akten einzusehen.
Unterdessen hat Frank Ullrich seine Ankündigung wahr gemacht, juristisch gegen Jürgen Wirth vorzugehen. Sein Anwalt Bruno Tanner aus Metzels bei Meiningen hatte Wirth in einem Schreiben vom 23. Juni aufgefordert, seine Aussagen zu widerrufen. Nach Informationen von Freies Wort ist Wirth zwar von der Behauptung abgerückt, Ullrich habe Dopingmittel selbst verabreicht, die anderen Vorwürfe stehen aber unverändert im Raum. vor

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