Suhl - Hätte, wenn und aber. Was hätte das für eine
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Die ganze Liga hatte wohl dem VfB Suhl die Daumen gedrückt, hätte doch ein Suhler Sieg die Meisterschaft noch spannender gemacht. Nun aber ist Schwerin endgültig der Titelfavorit Nummer eins. "Das war ein unglaublich wichtiger Sieg für uns", sagte dann auch SSC-Trainer Tore Aleksandersen. "Es gibt eine Mannschaft, gegen die Suhl immer gut spielt, und das ist Schwerin."
Sein Suhler Kollege Jean-Pierre Staelens jedoch war stinksauer. Nach dem letzten Ballwechsel musste er erst einmal einige Momente für sich sein. Dann schimpfte er: "Das kann doch nicht sein. Vier Sätze lang haben wir alle taktischen Vorgaben hervorragend umgesetzt und dann, im fünften Satz, alles vergessen. Schwerin soll Deutscher Meister werden - bitte, dann schenken wir ihnen die Punkte, so geht das nicht." Der sonst so besonnene Staelens redete sich seinen Frust von der Seele. "Was mich am meisten traurig macht", fügte er nach kurzer Verschnaufpause hinzu, "ist, dass wir so einen fünften Satz noch hergeben. Es ist doch egal, welche Mannschaft auf der anderen Seite steht, wir machen trotzdem die Punkte. So muss das doch eigentlich laufen, wenn man 6:2 und 8:3 führt."
Im Tiebreak zunächst überlegen
Ja, sie waren im Tiebreak zunächst deutlich überlegen. Auch in den Sätzen zwei und drei, und das nach einem 0:1-Satzrückstand. Die erneute taktische Umstellung - die Japanerin Hiroe Koganezawa übernahm die Liberoposition - war kein Problem: Die Feldabwehr stand sicher, gut gestaffelt und zog den Schweriner Angriffen ein ums andere Mal den Zahn. Mit der Blockabwehr begeisterten die Suhlerinnen ihr Publikum vollends, die Halle stand Kopf.
Den gleichen Rückständen sahen sich die Suhlerinnen schon im zweiten Satz gegenüber, drehten diese Angelegenheit aber zu ihren Gunsten. Und auch in Durchgang Nummer drei verloren sie nicht den Mut, erkämpften sich immer wieder den Vorteil und verwandelten ihren vierten Satzball.
"Wir hatten den Sieg auf dem Serviertablett liegen, haben aber alles hergegeben. Wir müssen so einen fünften Satz zu Ende spielen, das geht nicht von alleine", sagte Suhls Kapitänin Maja Adam Ilic enttäuscht. "Ich bin nicht traurig, sondern wütend." Auch sie konnte den Einbruch im Tiebreak nicht erklären. Grit Lehmann versuchte es: "Wir haben am Ende die Bälle einfach nicht totgekriegt", sagte sie.
Verfehlter Schwung fürs Finale
Nach den ebenfalls mit jeweils 2:3 verlorenen Spielen gegen Wiesbaden und Vilsbiburg hat der VfB Suhl nun die schlechteste Position aller Titelkandidaten. "Natürlich könnte man sagen: Dreimal 2:3 verloren und viel Qualität gezeigt gegen die Elite der Liga, da können wir stolz drauf sein", meinte Jean-Pierre Staelens, noch immer verstört. "Aber das waren zwei ganz wichtige Punkte, die wir weggegeben haben." Während er nach den richtigen Worten suchte, sangen die Fans in der Halle "Finale, Finale". Am 7. März steigt das Pokal-Endspiel, und da ist Suhl mittendrin im Geschäft. Nicht auszudenken, welchen Schub ein Sieg gegen Schwerin gegeben hätte. Hätte, wenn und aber.
Suhl: Startformation: Lindström, Gomulka, Thumm, Lehmann, Adam Ilic, Rapajic; Koganezawa (Libera); eingewechselt: Steffen, Steger, Kovacs - Zuschauer: 1500



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