Halle/Westfalen - Es war wieder ein ganz grandioses Finale. Und das, obwohl das Resultat am Ende für den VfB Suhl nicht so
grandios aussah. Nach dem Pokalsieg vor zwei Jahren hat es für den VfB 91 Suhl im Endspiel gegen den Dresdner SC nicht gereicht. 1:3 (27:29, 25:16, 22:25, 19:25) lautete das Ergebnis aus Suhler Sicht.
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Eigentlich hatte alles gestimmt: Die Kulisse im Gerry-Weber-Stadion war grandios – 10.200 Zuschauer waren gekommen. Unter ihnen 1800 aus Suhl, die aus der Halle mal wieder ein echtes Tollhaus machten. Die Suhler Mannschaft kämpfte eindrucksvoll, ließ sich von wahrlich nicht günstigen Umständen kaum beeindrucken und musste nur am Ende den etwas größeren Druck der Dresdnerinnen anerkennen.
Dass sie eine wirklich beeindruckende Leistung abgeliefert hatten, das war den Suhler Spielerinnen nach dem Match noch kein Trost. Grit Lehmann etwa konnte sich kaum beruhigen, die Tränen wollten einfach nicht versiegen. Auch Kapitänin Maja Adam Ilic konnte nicht aufhören zu weinen. Noch viele Minuten nach dem letzten Ballwechsel feierten die VfB-Fans ihre Mannschaft, die sich wiederum für die gewaltige Unterstützung bedankte. Auch Trainer Jean-Pierre Staelens hatte eine Gänsehaut. „So etwas habe ich noch nie erlebt, das war wirklich beeindruckend“, sagte der Belgier und gratulierte dem Dresdner SC: „Dresden ist zurecht Pokalsieger. Wir haben mit den Mitteln gekämpft, die wir hatten.“
Staelens wollte die Anerkennung für die Leistung des Gegners auch nicht mit dem Verletzungspech seiner eigenen Mannschaft schmälern. Aber der VfB war in diesem Spiel wahrlich nicht vom Glück verfolgt. Mitte des ersten Satzes musste zunächst Mittelblockerin Nasata Rapajic vom Feld. Ihre alte Achillessehnenreizung trat wieder auf. Erst gegen Ende dieses Durchgangs konnte sie wieder mitspielen. Doch es sollte noch schlimmer kommen für Suhl: Nach einem Zusammenprall mit Mitspielerin Grit Lehmann im dritten Satz klaffte eine große Platzwunde über dem Auge von Zuspielerin Lina Sundström. Sie schaffte es nicht wieder zurück aufs Feld, das Blut wollte nicht versiegen. Noch lange nach Spielende hielt sie sich im Krankenhaus auf. Kurz nach diesem Unfall auf dem Feld wischten ihre Mannschaftskolleginnen Birgit Thumm und Maja Adam Ilic die Blutspuren weg, unter dem Applaus und Anfeuerungsrufen der Fans – auch der fairen Dresdner.
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Das Spiel erinnerte zunächst stark an die Partie in der Bundesliga, als Suhl im Dezember in Dresden mit 3:1 gewonnen hatte. Beide Mannschaften agierten aggressiv, Suhl in den ersten beiden Sätzen sogar noch einen Tick mehr. Mit ein bisschen Glück hätte der VfB auch diesmal mit 2:0 Sätzen in Führung gehen können, doch, wie bereits erwähnt, mit dem Glück war das diesmal so eine Sache. Vier Satzbälle reichten im ersten Satz nicht. Immer wieder kratzte die Dresdner Feldabwehr die Suhler Angriffe noch vom Hallenboden. Ironie des Schicksals: Ausgerechnet der Dresdner Block, der dem Suhler Pendant deutlich unterlegen war, machte das 1:0 für den DSC perfekt. Birgit Thumms Angriff blieb förmlich in der gegnerischen Mauer stecken.
Im zweiten Satz legte der VfB Suhl noch eine Schippe drauf. Diesmal ließ er sich deutliche Vorteile, er führte etwa 15:10 oder später 20:15, nicht mehr nehmen. „VfB, VfB“, schallte es durch die Halle. Keinen einzigen Suhler Fan hielt es jetzt noch auf seinem Sitz, der Hallensprecher kam nicht dagegen an, die LaOla konnten die VfB-Anhänger ja auch ohne ihn entfachen. Da hatten es auch die 600 Zuschauer schwer, die ein rotes Shirt trugen und aus Dresden gekommen waren. Der Wettstreit der Fangruppen ging eindeutig an Suhl. Spätestens im vierten Satz, als Suhl nach 13:21-Rückstand noch auf 18:22 verkürzt hatte, geriet der Geräuschpegel in beängstigende Dimensionen. Dass der Jubel auf Suhler Seite auch nach dem letzen Ball noch lange nicht verstummte, nötigte auch den Dresdnern Respekt ab. Dieser Respekt galt am Ende beiden Mannschaften. Das sah auch Natasa Rapajic so, nachdem die erste Enttäuschung verflogen war. „Wir haben alles gegeben, gut gespielt“, sagte sie. „Diesmal hat es eben nicht ganz geklappt.“
So war es ein Pokalfinale, das einen fairen Verlierer hatte, einen verdienten Sieger und eine grandiose Kulisse, an der vor allem die Suhler Vertretung Anteil hatte. Und als Trost für die Suhler Mädels und ihren Trainer sei hinzugefügt: Dieses Endspiel gibt es jedes Jahr. Der Pott ist nicht nach Suhl zurückgekehrt, aber das muss ja kein endgültiger Zustand sein. Tränen trocknen schnell.






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