Wie kommt man in Rudolstadt, eigentlich eine Hochburg für Fußballer und Kegler, zum Biathlon?
C. Stephan: Das liegt schon einige Zeit zurück: Als ich elf oder zwölf Jahre war, habe ich mal im Sommer bei einem Wettkampf in Oberhof mitgemacht und da auch gut abgeschnitten. Da sprachen mich die Trainer vom Sportgymnasium an, ob ich nicht Interesse am Biathlon hätte. Ich hatte! Biathlon habe ich im Fernsehen immer mit Begeisterung geguckt. Mit 13 zog ich ins Internat ein, aber in den Schüler-Altersklassen gehörte ich nicht zur absoluten Spitze. Erst als 18-Jähriger gewann den Deutschlandpokal und kam dadurch in die deutsche Juniorenauswahl. Letztes Jahr fiel ich aber leider durch eine Krankheit fast ganz aus.
Und wie zufrieden sind Sie mit den Leistungen in dieser Saison?
C. Stephan: Im Europacup lief’s zunächst so gut, dass ich sogar für die Junioren-WM vornominiert wurde. Eigentlich wollte ich dort auch eine Einzelmedaille holen, aber ich habe zu schlecht geschossen. Aber Staffelbronze ist ja schließlich auch was! Hier bei der Meisterschaft lief es am Schießstand nun wieder so gut, dass ich mir für die EM nächste Woche wieder vordere Plätze für die Einzelrennen vornehmen kann.
Was denken Sie über das bisherige Abschneiden der Biathleten in Turin?
C. Stephan: Seit letztem Jahr bin ich mit Sven Fischer und Alexander Wolf in einer Trainingsgruppe bei Mark Kirchner. Ich wusste also, dass beide mächtig was drauf haben. Aber dass Sven schon drei Medaillen hat, ist wirklich supergeil. Denn ich weiß auch, was er nach seinem offenen Daumenbruch in der Vorbereitung für Probleme hatte und wie er wochenlang sein Trainingspensum mit nur einer Hand absolvierte. (hkn)

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