Aber eben nur die Elite. Während sich beispielsweise Deutschlands bester Eiskunstläufer Stefan Lindemann mit Bundeswehrsold und Sporthilfe begnügen muss, verdienen durchschnittliche Drittliga-Kicker in seiner Heimatstadt Erfurt ein paar Euro mehr.
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Georg Hettich, der mit einem kompletten Medaillensatz dekorierte Kombinierer, dürfte beim nächsten Blick auf den Bankauszug also gehörig die Augen verdrehen. Rund 100 000 Euro mehr werden dann nämlich auf seinem Konto sein. Ob der Schonacher den Medaillenregen von Pragelato allerdings weiter versilbern kann, ist fraglich. „Mehr als der Erfolg zählt heute das Charisma“, sagt Klaus Kärcher, der Anni Friesinger betreut. Der enttäuschenden und bereits abgereisten Eisschnellläuferin wurde während der Spiele in den Medien weit mehr Aufmerksamkeit geschenkt als dem schüchternen Zweikämpfer aus dem Schwarzwald.
Die attraktive Kufenflitzerin Friesinger zählt seit Jahren zu den bestbezahlten deutschen Wintersportlern. Ein Vier-Jahres-Vertrag mit einer italienischen Automarke war immerhin mit zwei Millionen Euro dotiert. Der Kontrakt läuft jetzt allerdings aus. Skispringer Martin Schmitt partizipiert noch immer finanziell von seinen Glanzzeiten, die ihm eine langjährige Zusammenarbeit mit einem Süßwarenhersteller brachte. Schwerverdiener im deutschen Olympia-Team ist jedoch Eishockey-Torwart Olaf Kölzig. Laut Bild verdient der Keeper der Washington Capitals 346 000 Euro – im Monat.
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Traumsummen für die Italiener
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Derzeit einen noch besseren Stundenlohn hat Italiens neuer Eislaufstar Enrico Fabris, der mit 300 000 Euro bisher der Top-Verdiener von Turin ist. Für seine beiden Goldmedaillen bekommt er jeweils 130 000 Euro vom NOK seines Landes, für seine Bronzemedaille 40 000 Euro. Mit 2,7 Millionen Euro hält der Olympia-Gastgeber den mit Abstand größten Prämienfonds für Medaillengewinner bei den Winterspielen bereit, berichten italienische Medien. Nach bisher neun Medaillen haben die Azzurri bereits 1,7 Millionen Euro zu zahlen. „Wird das Geld reichen?“, fragte deshalb die La Gazzetta dello Sport.
Von solchen Traumsummen können die Biathlon-Olympiasieger Kati Wilhelm und Sven Fischer nur träumen. Die Skijäger, in der Gunst der TV-Zuschauer schon ganz oben gelandet, steigerten jedoch ihre Einkünfte in den vergangenen Jahren kontinuierlich. Für den Obolus des gemeinsamen Werbespots einer Großbank, der zuletzt pausenlos in die Wohnzimmer flimmerte, könnten sich beide Skijäger einen Kleinwagen kaufen.
Kati Wilhelm darf sich nach zwei durchwachsenen Jahren nun auf noch besser dotierte Verträge freuen. Der überlegene Triumph in der Verfolgung und nicht zuletzt die Berufung zur Fahnenträgerin bei der Eröffnung steigerten ihren ohnehin hohen Bekanntheitsgrad weiter. Schon vor den Spielen warb die rothaarige Frohnatur zusätzlich für Produkte aus der Baubranche und eine spezielle Brot-Sorte aus Bayern.
„Die Kurve ist steil nach oben gegangen“, bestätigt Willi Fischer, der seinen Sohn seit über zehn Jahren vermarktet. Entscheidend für die Werbeträger sei: „Es müssen Siegertypen sein, sie müssen aus Deutschland kommen und sie müssen sympathisch sein.“ Und das gelte für die gesamte Branche.
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Skilangläufer haben es schwer
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Mit ihrem Gewehr als zusätzliche Werbefläche und den langen Standzeiten am Schießstand verfügen die Biathleten natürlich über einen wesentlichen Werbevorteil und sind folglich von den Sponsoren weit mehr begehrt. Fünf verschiedene Marken dürfen auf der Waffe präsentiert werden.
„Die Langläufer haben dagegen nur den Kopf als Fläche, was ihre Vermarktung weit schwieriger macht“, weiß Willi Fischer, der auch Axel Teichmann betreut. Selbst als der Bad Lobensteiner 2003 erstmals Weltmeister wurde, gestaltete sich die Suche nach einem Partner kompliziert. Fischer: „Ich habe bei 30 großen Wirtschafts-Unternehmen angefragt und mir nur Absagen eingehandelt.“ Erst gut ein halbes Jahr später gab ein langjähriger Partner des Wintersports sein Okay. Jens Filbrich und Andreas Schlütter, immerhin mit der Staffel Silbermedaillengewinner im Vorjahr bei der WM und nun bei Olympia, werben seit Jahren nur für ein regionales Unternehmen. Geklagt habe sie darüber aber noch nie.


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