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Erschienen am 28.02.2006 13:09
OLYMPIA-EMPFANG IN OBERHOF
Zurück an die Wiege der Erfolge
VON RALF BRÜCKNER OBERHOF – Wenn es in all den Laudatien und Elogen, die da am Montag in Oberhof dargebracht wurden, einen roten Faden gibt, dann doch wohl den, dass in diesen zwei Wochen von Turin, Cesana, San Sicario und Pragelato für den Freistaat kräftig Ehre eingelegt wurde.

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Trotz Schneetreibens sorgten mehrere tausend Gäste für einen begeisterten Empfang der Thüringer Olympioniken in Oberhof. - FOTO: ari
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Den Fans jedenfalls war es im Flockenwirbel des Oberhofer Kurparks „Standzeiten“ von über zwei Stunden wert, um beim Empfang ihrer Idole in der ersten Reihe zu sein. Wer von den Geduldigen besonderes Glück hatte, konnte sogar beim Einzug der Gladiatoren ins „Haus des Gastes“ ein Erinnerungsfoto mit Gattin schießen. Nur die Fans von Kati Wilhelm forderten vergebens „Wir wolln die Kati sehn ...“ Der Biathlon-Star hatte es wegen verzögerter Rückreise nicht mehr pünktlich nach Oberhof geschafft.

Seit der Abschlussfeier im Stadio Olimpico wissen wir, dass 13 eine Thüringer Glückszahl ist – so viele Medaillen haben die Wintersportler aus Thüringer Vereinen geholt bzw. sie waren daran beteiligt. Freuen wir uns einfach darüber und lassen im Geiste nochmal vorüber ziehen, wie Sven Fischer einen 10-km-Biathlonsprint ohne jeden Fehl und Tadel hinlegte. Oder wie Kati Wilhelm im Verfolgungsrennen auf der Schlussrunde sogar die Sonne aus den Wolken hervor zauberte. Oder wie André, der Eisvogel, im zweiten Zweier-Lauf so tat, als sei da hinter ihm doch gar nichts weiter passiert.

Aber weil wir auch den Sport als Ganzes kennen, würdigen wir genau so, wie sich Axel Teichmann nach so viel Pech nun am Rande der Loipe in den Dienst der Mannschaft stellte. Oder wie Sebastian Haseney die höchst umstrittene Teamwettkampf-Nominierung der Kombinierer weg steckte – nämlich ganz anders als das etwa bei den Skispringern geschah.

Viele Wege führen nicht nur nach Rom, sondern auch von Turin nach Oberhof. Die harten Jungs aus dem Lange-Bob hoben zum Beispiel heute schon um 6.50 Uhr per Flugzeug von Turin ab – kurz vor der Landung in München hatten die Stewardessen mitbekommen, wen sie da beförderten und verlangten die Medaillen zu sehen. Dagegen verließ sich Sven Fischer bei seiner samstäglichen Nacht-Heimfahrt abermals auf das Können seiner Wachser, diesmal als Schofföre. Zur gleichen Stunde hatte man die faschingsfreudige Silke Kraushaar bereits mit großem Hallo beim Karnevalsball im Sonneberger Gesellschaftshaus begrüßt.

In Oberhof kamen sie alle nochmals zusammen und ließen sich gemeinsam feiern. Dann trennen sich, je nach Profession, die Wege: Während die Kufenspezialisten – wie Anschieber René Hoppe es sagte: „Endlich mal so richtig abschalten“ können, erfüllen sich andere einen Traum: Andreas Schlütter, der Langlaufdauerbrenner, will am Wochenende endlich den Wasa-Lauf mitmachen. Der geht über 90 Kilometer – und wir alle hoffen, dass auch der Thüringer Wintersport weiter ein solcher Dauerbrenner bleiben möge.

 
 

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