Das ist angesichts der großen nationalen Konkurrenz beinahe das Optimum. Jörn Wollschläger (28), Fabian Mund (26) sowie die beiden Talente Norman Jahn (22) und Christoph Stephan (20) starten derweil im Europacup.
War die Nominierung des Sprint-Olympiasiegers Sven Fischer und die von Alexander Wolf reine Formsache, so hat die Weltcup-Berufung von Robert Wick besonderen Anstrich. Der Sohn der früheren Spitzen-Langläuferin Susann Kuhfittig und des Ex-Biathleten Holger Wick schob sich bereits im September bei den Deutschen Meisterschaften auf Skirollern in den Blickpunkt. Nach allen fünf Rennen stand der schnellkräftige Athlet damals auf dem Podest. „Dass Robert als ehemaliger Junioren-WM-Einzelmedaillengewinner über viel Potenzial verfügt, wissen wir schon länger. Ihm fehlte nur die nötige Konstanz, was bei seinem Alter aber nicht unnormal ist. Deshalb waren schon die Titelkämpfe ein großer Schritt in die richtige Richtung“, lobt Mark Kirchner.
Die Belohnung folgte prompt. Robert Wick erhielt das einzig noch freie Weltcup-Ticket und trainierte mit der A-Mannschaft auf Schnee in Finnland. „Das Vertrauen will ich natürlich rechtfertigen“, sagt der junge Skijäger vom SCM Zella-Mehlis, der sich wie seine Mitstreiter seit Donnerstag zum Wäschewechsel zu Hause aufhält. Am Montag geht es dann in aller Früh schon wieder Richtung Norden. Im schwedischen Östersund vollziehen die Biathleten nächste Woche ihren Saisonauftakt.
„Wir sind eine Truppe, in der alle voneinander profitieren“, preist Mark Kirchner das gute Klima beim Üben und fügt als bestes Beispiel – man höre und staune – Sven Fischer an: „Er ist ja ein sehr harmoniebedürftiger Mensch und der tägliche Kontakt mit den jungen Athleten, zu denen ich auch Michael Rösch zähle, hat ihn in den vergangenen zwei, drei Jahren noch einmal richtig beflügelt, was seine Ergebnisse eindrucksvoll beweisen.“ Seine Stellung als Leitwolf im Rudel sei dadurch nur gestärkt worden, so Mark Kirchner weiter: „Sven ist der absolute Bezugspunkt für alle. Er setzt die Maßstäbe und spannt sich gerade in den schweren Einheiten vor den Karren.“
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Selbst erstellter Strafenkatalog
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Vor gut drei Jahren wurde Mark Kirchner – gerade mal ein Jahr älter als sein Vorzeige-Sportler – als Stützpunkttrainer ins kalte Wasser geworfen. Und erstaunlich schnell hat er sich freigeschwommen. „Rückblickend war es zweifellos gut, dass ich sofort Verantwortung übernehmen musste“, erklärt der ehemalige Weltklasse-Biathlet aus Scheibe-Alsbach, der zudem den Perspektivkader bei den Männern betreut, „denn ich übernehme gern Verantwortung.“ Wie sein Lehrmeister Frank Ullrich. „Natürlich habe ich mir im Laufe der Jahre viel von ihm abgeschaut und auch einiges übernommen. Aber ich habe schon meinen eigenen Stil“, sieht sich der Nachfolger nicht als Abbild des Erfolgs-Bundestrainers.
Mit „mein Kindergarten“ umschreibt Mark Kirchner treffend seine Trainingsgruppe und die Aussage lässt tief blicken: „Ja, manchmal sind sie wirklich wie Kinder“, urteilt der Trainer, „und an der Lockerheit scheitert‘s bei uns trotz aller Schinderei wirklich nicht.“ Beispiel gefällig: Ein von den Sportlern selbst erstellter Strafenkatalog. Dieser umfasst rund ein Dutzend Unterpunkte und regelt nicht nur das Zuspätkommen (ein Euro pro Minute) oder das Vergessen diverser Utensilien. So füllt sich die von Robert Wick verwaltete Kasse auch bei Stürzen, wobei ein Hinfaller vor laufender Kamera noch teurer kommt. Ist das Säckel dann gut gefüllt, was zweimal pro Jahr passiert, geht‘s im Trainingslager gemeinsam zum Italiener. Pizza schmeckt den sieben Schützlingen von Mark Kirchner nämlich besonders gut.

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