SCHMALKALDEN – Sven Fischer ist abgetaucht. In den verdienten Urlaub nach Österreich. Mit Lebensgefährtin Doreen und Töchterchen Emilia Sophie. Nächste Woche will er wieder auftauchen. In Oberhof, zum Trainingsbeginn in die neue Saison. Ob er die ersten Runden mit seinen vertrauten Kollegen als aktiver Sportler oder bereits zum Abtrainieren dreht, ist allerdings noch immer fraglich.

Wohin führt der Weg ? Sven Fischer steht vor einer schweren Entscheidung. - FOTO: KÖNIG
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Für Ostern hatte Sven Fischer die Entscheidung über die Fortsetzung oder das Ende seiner gigantischen Laufbahn immer wieder angekündigt. Dann war sein 36. Geburtstag, den er eine Woche später feierte, als „Stichtag“ ins Auge gefasst worden. Nun sind es die ersten Mai-Tage. Keine Frage: Für jeden erfolgreichen Sportler ist das Karriereende ein tiefgreifender Einschnitt. Besonders für einen, der wie Sven Fischer seit 1993 zur Weltspitze zählt und noch immer über das Potential verfügt, an einem guten Tag selbst Ole Einar Björndalen in die Schranken zu weisen.
Doch was muss sich der Weltklasse-Biathlet aus Schmalkalden sportlich noch beweisen? Eigentlich nichts! Vier Olympiasiege, sieben Weltmeistertitel, zwei Weltcupgesamtsiege und 150 (!) Podestplätze bei Weltcups stehen in seiner Erfolgsvita. Andererseits: Nach dem Rücktritt von Ricco Groß würde die Nationalmannschaft einen weiteren erfahrenen Athleten verlieren und die innere Balance der Truppe käme gehörig in Schieflage.
Gerade für die junge Oberhofer Trainingsgruppe ist Sven Fischer als „Leitwolf“ noch unverzichtbar. Alexander Wolf, der dann in die Führungsrolle schlüpfen würde, ist sich dessen absolut bewusst. „Ohne Dich ist alles doof“ steht auf der originellen Porzellan-Tasse, mit der er Sven Fischer zu dessen Geburtstag überraschte.
Das Schweigen des Altmeisters ist indes eher ein Zeichen dafür, dass er auch im nächsten Winter mit der Waffe auf dem Rücken durch die Wälder zieht. Schon zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr ließ er nach seinem olympischen Doppel-Triumph in Turin die Frage zum Weitermachen oder Aufhören lange Zeit offen und beantwortete sie praktisch mit dem Wiedereinstieg ins „richtige“ Training. „Was soll ich mich erklären, wenn ich ganz normal weiter mache wie all die Jahre zuvor. Da hatte es doch auch niemanden interessiert“, sagte er seinerzeit.
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Bad in der Menge mit dünner Jacke
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Andere Indizien sprechen jedoch dagegen. Beispielsweise die Anwesenheit seiner Eltern bei den letzten Weltcup-Rennen im fernen Chanty Mansijsk. Oder wie er bei den Empfängen in Oberhof und Schmalkalden praktisch jeden Autogrammwunsch erfüllte und das Bad in der Menge intensiv genoss. Und das mit dünner Jacke und ohne Kopfbedeckung bei durchaus kühlen Temperaturen. Dabei ist Sven Fischer Profi genug und weiß genau, wie weit ihn selbst eine Erkältung in der Urlaubszeit zurückwerfen würde.
Fakt ist nur: In der diese Woche in Oberhof neu erstellten Kaderliste des Deutschen Skiverbandes wird Sven Fischer weiter als A-Kader geführt – doch steht sein Name nur in Klammern. Die nächsten Tage werden zeigen, ob der Name oder die Klammern wegradiert werden.

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