OBERHOF – Rennsteig-Arena, Samstag, kurz nach 17 Uhr, strahlender Sonnenschein. Der letzte Schuss des Frauen-Sprints war vor
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Seit den Vormittag hatten sie sich die Beine in den Bauch gestanden, und vielen von ihnen schmerzten gewiss Rücken oder Füße. Doch diesen Moment wollte keiner verpassen: die offizielle Verabschiedung von Sven Fischer.
„Eine außergewöhnliche Karriere und 15 Jahre Faszination Biathlon gehen heute zu Ende“, betonte Skiverbands-Vizepräsidentin Sabine Reuß in ihrer Laudatio. Beifall brandete immer und immer wieder auf und der Geehrte schaute, auf der Bühne eingerahmt von den einstigen Mitstreitern, mehrmals gerührt zu Boden. „Das war ja fast wie auf einer Trauerfeier“, bekannte Sven Fischer anschließend, und ein letztes Mal hallten die „Hopp-Fisch“-Sprechchöre unüberhörbar durch sein „Wohnzimmer“. Man wird sie, vor allem aber ihn, vermissen, wenn die besten Skijäger der Welt im Januar in der Rennsteig-Arena wieder um Weltcup-Punkte streiten.
Rund vier Stunden zuvor hatten Sven Fischer und viele seiner Wegbegleiter die Fans in der Pause der Meisterschafts-Entscheidungen bestens unterhalten. Die bunt gemixten Zweier-Staffeln aus ehemaligen Klassenkameraden und namhaften Biathlon-Kollegen ließen es äußerst gemächlich angehen – und Sven Fischer natürlich den Vortritt.
Der Gaudi-Wettkampf glich somit einem Triumph-Marsch des vierfachen Olympiasiegers und siebenmaligen Weltmeisters, an den sich mehrere Ehrenrunden inklusive La-Ola-Wellen anschlossen. Neben manch originellem Trainingsanzug aus alten Tagen stachen neue T-Shirts ins Auge, auf denen Sven Fischer in Anspielung seiner künftigen Tätigkeit als ZDF-Kommentator als neue Petra Behle gefeiert wurde.
„Wahnsinn! Mit so einem riesigen Zuschauer-Andrang und so einer Begeisterung hätte ich nie gerechnet. Dafür kann ich nur Danke sagen“, erklärte Sven Fischer den Tränen nahe nach seinem letzten Wettkampf und kündigte für das nächste Jahr gleich eine Neuauflage in modifizierter Form an: „Warum soll daraus nicht ein Traditions-Rennen werden, an dem dann auch die Frauen teilnehmen?“ Bereits am Vormittag, als er das Areal während des Männer-Sprints betrat, machte sich erstmals Wehmut breit: „Das ist schon ein komisches Gefühl, denn das ist der erste offizielle Wettkampf, an dem ich nicht teilnehme.“
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Autogrammstunde ohne Ende
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Als Dankeschön für die beeindruckende Treue seiner unzähligen Anhänger schrieb er seit dem Zieleinlauf unentwegt Autogramme. Bestimmt zweitausend, wenn nicht sogar dreitausend Mal dürfte Sven Fischer bis zum späten Abend seinen Schriftzug auf verschiedenste Utensilien gesetzt haben. Die erste feste Nahrung nahm er nach 21 Uhr zu sich, unter der Dusche stand er erst weit nach Mitternacht. „Als Aktiver hatte ich nur höchst selten Zeit dafür. Nun habe ich mir sie ganz bewusst für meine Fans genommen“, merkte Sven Fischer an. Er ist eben in jeder Beziehung ein ganz Großer des Sports.





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